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Grußwort

erstellt von admin zuletzt verändert: 21.03.2012 19:27

Grußwort des Bundesvorsitzenden

Der Deutsche Gerichtsvollzieher Bund e.V. (DGVB) hat im Jahre 2009 sein 100-jähriges Bestehen feiern können. Er ist Mitglied des Deutschen Beamtenbundes (dbb und tarifunion) und der Union Internationale des Huissiers de Justice et Officiers Judiciaires (UIHJ), der Internationalen Union der Gerichtsvollzieher. 

In den zurückliegenden über einhundert Jahren gab es eine durchaus wechselhafte Geschichte des deutschen Gerichtsvollzieherwesens, das lange Zeit nicht bundeseinheitlich ausgerichtet, sondern in den Ländern unterschiedlich organisiert war.

Erst seit Ende der 60er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts gibt es eine Bundeseinheitlichkeit in der Ausgestaltung der Organisation der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher in Deutschland dergestalt, dass diese ihren Beruf zwar als von den Ländern besoldete Beamte ausüben, ihren Bürobetrieb inklusive Büropersonal aber eigenverantwortlich und auf eigene Kosten organisieren müssen und hierfür Gebührenanteile und Auslagenerstattungen erhalten. 

Dieses Mischsystem aus beamtenrechtlichen Strukturen und beschränkter Selbstständigkeit hat sich im Grunde bewährt, ist aber sicherlich noch ausbaufähig. Hierauf wird sich der DGVB in den nächsten Jahren konzentrieren.

Der Gerichtsvollzieherberuf stellt an diejenigen, die ihn ausüben, immer höhere Anforderungen, die sich in einer verbesserten Ausbildung niederschlagen müssen. Auch in diesem Punkt sollten die deutschen Gerichtsvollzieher/innen das europäische Niveau erreichen und zumindest eine Fachhochschulausbildung erhalten. Dies sowie eine bundeseinheitliche gesetzliche Statusregelung und die Übertragung weiterer Aufgaben auf die Gerichtsvollzieher/innen zur Stärkung der Effizienz der Zwangsvollstreckung sind die wichtigsten Ziele der Verbandspolitik des DGVB. 

Ein wichtiger Schritt ist hierbei die Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung, die ab dem 01.01.2013 in Kraft tritt und die den Gerichtsvollziehern zukünftig mehr Kompetenz zuweist bei der Aufklärung des Schuldnervermögens und bei der Führung des Schuldnerverzeichnisses sowie die Möglichkeiten der Ratenzahlungsbewilligung durch die Gerichtsvollzieher/innen erheblich ausweitet.

Neben seiner Eigenschaft als klassisches Vollstreckungsorgan wird der Gerichtsvollzieher mehr und mehr zum Vermittler zwischen Gläubiger und Schuldner, wodurch er durchaus den Charakter eines Mediators im weitesten Sinne erhält. Diese Entwicklung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei der Pfändung und Verwertung von Mobilien immer weniger Erlösaussichten bestehen.

Der DGVB nimmt auch Stellung zu den aktuellen Gesetzesvorlagen und pflegt intensive Kontakte zum Bundesministerium der Justiz und den Landesjustizministerien sowie im politischen Raum. In regelmäßigen Gesprächen mit den Rechtspolitikern im Deutschen Bundestag erläutert der DGVB seine Positionen zur Effektuierung der Zwangsvollstreckung und zum Ausbau des Gerichtsvollzieherwesens in Deutschland.

Der DGVB ist Herausgeber der Deutschen Gerichtsvollzieher Zeitung (DGVZ), einer viel beachteten und anerkannten Zeitschrift für Vollstreckungs-, Zustellungs- und Kostenrecht. Ein Abonnement der DGVZ ist jedem zu empfehlen, der im Bereich des Zivilrechts und der Zwangsvollstreckung tätig ist oder sich für diesen Themenbereich interessiert. Näheres unter www.dgvz.de

Seit einigen Jahren informieren wir über die aktuellen Entwicklungen im Gerichtsvollzieher- und Vollstreckungswesen auch mittels unserer Website, die wir Ihnen nun in einer neu gestalteten Form präsentieren dürfen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen die Informationen, die Sie suchen, hier anbieten können und werden versuchen, unseren Internetauftritt ständig zu aktualisieren. Sollte dies mal nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausfallen, bitten wir um Nachsicht, da wir alle die Verbandstätigkeit ehrenamtlich ausüben. 

Anregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge nehmen wir gerne entgegen. 

Walter Gietmann

Bundesvorsitzender des DGVB

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